Courtney Barnett’s Blues-Grunge-Folk


Courtney Barnett gehört zu den Musikern, die sich trauen, originell zu sein. Meist geht so etwas auf Kosten des großen Weltruhms. Da verwundert es auch nicht, dass die Australierin in ihren Mittzwanzigern von zahlreichen Magazinen wie u.a. The Australian als unwahrscheinlicher Erfolg bezeichnet wurde. Obwohl Barnetts Stil eigentlich indie ist, landete ihr Album „Sometimes I sit and think, and sometimes I just sit“ weit vorne in den australischen Charts. Ganze zwei Jahre ist das bereits her. Was macht die Singer-Songwriterin heute? Und wie lässt sich ihr Stil einordnen?

Bob Dylan – Godfather of Courtney Barnett

Beim ersten Hören erschließen sich die Tiefen der Songs meist überhaupt nicht. Für Barnett muss man sich wirklich Zeit nehmen. Oft wirken die Stücke nämlich nur sehr dezent. Der Sound ist zudem meist relativ monoton und repetitiv. Letztlich werden die Stücke aber gerade davon und vom Fluss der Lyrics getragen. Letztere klingen sehr rhythmisch und laufen in ihrer Geschwindigkeit teils sogar gegen den Beat. Meist orientiert sich Barnett beim Singen auch weniger an den Noten als vielmehr am Rhythmus, was die Einflüsse eindeutig macht. Genau dieser Stil war es auch, der Bob Dylan so berühmt machte und ihm den Titel Godfather of Rapeinbrachte.

Kurt und Courtney

Die Gitarrenspuren sind dagegen vor allem von Nirvana geprägt. Damit surft Barnett wie gerade viele Bands (z.B. Dilly Dally oder Wolf Alice) auf den Nachwehen des Grunge. Teils kopiert Barnett sogar Riffs von Kurt Cobain 1:1, was natürlich eher als Hommage als als Diebstahl verstanden werden kann. Dem Rolling Stonegegenüber nannte sie zudem als weiteren Einfluss den Blues, genauer: Hendrix und Deep Purple. Genau genommen macht Barnett nichts wirklich Eigenes. Das Originelle an ihr ist einfach, dass sie eigentlich nicht kombinierbare Genres vermischt. Vor allem für die Kombination des aggressiven Grunge mit dem weichen Folk bzw. Blues brauchte es wohl erst eine Frau. Ein Mann könnte unmöglich beide Nuancen unter einen Hut bringen, ohne das Gesamtbild dabei zu zerstören.

Wann geht’s weiter?

Auch wenn das Debütalbum bereits einige Jahre alt ist, hat Barnett unterdessen zumindest ein paar Songs auf Youtube veröffentlicht. Größtenteils waren die ganz nett, sind aber eher nur als Fingerübung zu verstehen, denen etwas Größeres folgen sollte. Immerhin kollaboriert Barnett gerade mit keinem Geringeren als Kurt Vile, dem ehemaligen Gitarrist von „the war on drugs“, der auch solo einige Erfolge erzielt hat. Die Zusammenarbeit war relativ naheliegend, da sich die beiden stilistisch sehr ähnlich sind. Das Album erscheint zudem in ein paar Tagen, am 13. Oktober. Ein paar Songs sind bereits hörbar:

Und hier noch ein paar Songs von Barnett:

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