Dilly Dally – Grunge aus Toronto 2


Klar ist Dilly Dally nicht die Art Band, die massenkompatibel wäre. Zum Glück! Denn das wirklich Interessante, das wirklich Gute geschieht meist dann, wenn Künstler gegen den Strich, gegen den Pop gehen. Nicht dass Letzterer schlecht komponiert wäre, dem ist eigentlich selten so. Nur muss echte Kunst nun mal verstören – oder jedenfalls bis zu einem bestimmten Grad. Und Dilly Dally kriegen das ziemlich gut hin. Die Stimme Katy Monks, die mal an eine verzerrte Gitarre erinnert und dann wieder an ein schwer emotional gestörtes, röhrendes Baby, ist nämlich gleichermaßen tief berührend wie auf schwer erklärliche Art und Weise abstoßend. Originell klingt sie allemal, dennoch ist die Inspirationsquelle schnell ausgemacht. Die Band surft nämlich – wie derzeit viele Künstler  auf dem Echo des Grunge und tritt das Erbe Kurt Cobains an.

Performance über Aufnahme

Niemand kauft mehr CDs. Heutzutage verdienen Musiker ihr Geld hauptsächlich mit Gigs. Für Dilly Dally ist das kein Problem. Haben die Kanadier die Kunst der Performance während ihrer sechs Jahre gehenden Tour perfektioniert. Inzwischen klingen sie live genauso wie auf Aufnahmen. Hübsch anzusehen sind sie ebenfalls. Wobei Katy Monks auf Bildern schon ein bisschen so aussieht wie Angela Merkel. Sie gehört eben zu den Menschen, deren Schönheit man erst begreift, wenn sie sich bewegen. Dann tanzt sie mit ihrer Gitarre, wackelt mit dem Kopf, hat einen leicht traurigen Blick, geschlossene Augen, nur um danach verschmitzt grinsend den nächsten Song anzukündigen.

Die ganze Band verkörpert die gerade richtige Mischung aus Selbstbewusstsein und Schüchternheit, gepaart mit einer Prise von Seltsamkeit, die im Fall von Dilly Dally aber auch gut funktioniert. Echter Rock spricht ja hauptsächlich Außenseiter an. Da fände es wohl niemand gut, hätten die Künstler das Ego glattgebügelter Popstars, die fast wütend und demonstrativ starrend in die Kamera blicken, während sie perfekt einstudierte Choreographien vorführen.

Wollt ihr immer auf dem Laufenden bleiben, folgt ihr am besten dem offiziellen Twitter-Account der Band:

Das Album Sore:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Dilly Dally – Grunge aus Toronto